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PREISGESTALTUNG



PROLOG

Jede neue Figur ist immer wieder ein neues Abenteuer und
ein großes Risiko, bis sie endlich fertig aus dem Ofen kommt.


Es gibt keine Maßtabellen oder Stücklisten - jedes Unikat wächst individuell
aus den Händen heraus - der plumpe, zähe Ton nimmt nach und nach langsam
Gestalt an und jedes Stück hat dann einen anderen, eigenen Charakter. Das
erfordert viel Geduld und Arbeitseinsatz. Daher kann man auch den Endpreis
nie genau vorhersagen. Nicht nur die äußere Form bestimmt den Arbeitsaufwand,
sondern auch im Innenleben steckt eine Menge Arbeit, die am Ende nicht mehr
sichtbar ist. Nach dem massiven Aufbau aus schamottierter Tonmasse wird das
ganze Objekt zerteilt, akribisch ausgehöhlt, die Halterung für die Gewindestange
eingearbeitet und die Verbindungen und Löcher für den Luftabzug vorbereitet.
Danach wird die ganze Figur wieder homogen zusammengefügt, geglättet und dekoriert.

Dachdrachen im Rohbau

Dann müssen die Viecher mit allerlei Stützen versehen ganz langsam wochenlang
unter einer Lochfolie trocknen. Dabei müssen am Anfang immer wieder die Hilfsstreben
nachjustiert werden, damit das Objekt schrumpfen kann und nicht reißt - bis alles
dann soweit gefestigt ist, dass alle Krücken in die Ecke fliegen und der Rohbau
"freihändig" stehen kann. Nach sehr sorgfältiger Trocknung wird der 1. Brand
langsam auf 950 Grad geführt. Danach folgt langsam Abkühlen und dann Glasieren.

Glasur auf Keramik

Der Glasurauftrag ist immer eine Geduldsprobe, denn die Steinzeugglasuren können
nicht einfach wie eine Ölfarbe aufgestrichen werden. Sie bestehen aus gemahlenen
Rohstoffen wie Asche, Lehmsteine, Kaolin, Quarz, Feldspat und div. Oxiden. Diese
werden mit Wasser angemacht und verflüssigt. Beim Kontakt des Pinsels mit dem
trocken Scherben zieht das Material sofort das Wasser aus der Glasur und aus dem
Pinsel, so dass ein Auftrag nur durch 2-3maliges vorsichtiges Auftupfen möglich ist.
Das ist sehr langwierig und man weiß nie genau, wann die Glasur zu dick, zu dünn
oder gerade richtig ist. Das zeigt sich erst nach dem Hochbrand von knapp 1300 C.

Wenn es dann mal so im Ofen aussieht, kennt die Begeisterung natürlich keine Grenzen:

Dachschnecke kaputt


Unsere Preise beginnen bei 10,90 Euronen für ein individuelles Elwedritschen-Ei
mit Urkunde in hochdeutsch, pfälzisch, englisch, französisch, italienisch,
portugiesisch oder wienerisch:

Elwedritschen-Eier

Eine Figur, die auf dem Dach "etwas hermacht" kostet je nach Größe und Aufwand
900~~~1500 Elwedritschentaler, einschließlich Arbeitsaufwand / Idee + Design /
Materialkosten / Gewindestange / Steinzeugglasuren / 1 Niederbrand mit 950 Grad
und 1 Hochbrand mit 1300 Grad. Kleinere Kameraden fürs Garagendach oder auf den
Kamin sind natürlich entsprechend billiger.



Davon muss ein Handwerksunternehmen alle
möglichen und unmöglichen Kosten bestreiten

--- dazu kommt noch das Risiko, dass hin und wieder eine Figur beim
Brennen den Löffel abgibt und die ganze Arbeit für die Katz war ...

und leben müssen wir Selbständigen dann auch noch davon -


Urlaub gibt´s wenig und schon gar keinen bezahlten -
wer nix schafft, der hat auch nix -
von Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, bezahlten
Krankentagen oder Arbeitgeberanteil zur
Krankenkasse und Rentenversicherung
können wir leider nur träumen.


Zu diesem Thema hier ein Auszug aus dem Schreiben unseres verständnisvollen
Dachfigurenkunden Björn E., der uns so richtig aus der Seele spricht:


"Den Preis finde ich auf alle Fälle gerechtfertigt!!!
Schließlich und endlich reden wir hier von Kunsthandwerk,
eine solche Figur kann nicht jeder machen (im Gegensatz zu einem Ölwechsel,
der bei uns teilweise auf der Basis von einem Stundenlohn von € 60,- !!!
verrechnet wird, und diese Arbeit kann wirklich jeder D*** ausführen).
Meine Frau und ich stehen auf individuelle Gegenstände, denen man
die Liebe und Hingabe ansieht mit denen sie erschaffen wurden.
Denn erst dieser „Erschaffungsprozess“ verleiht dem Endprodukt
eine „Seele“, die man bei iPhone und Co. trotz des ausgeklügelten
Designs und der hochwertigen Komponenten vergeblich sucht."




Bitte bedenken Sie:
Laut Empfehlung der Handwerkskammer Stuttgart beträgt der
zu verrechnende Stundenlohn eines normalen Handwerkergesellen -
(wenn z.B. der Wasserhahn nicht mehr kräht oder der Lichtschalter
nicht mehr knipsert) ohne jegliche Materialkosten 57,60 Euro !!!
(Hier nachzulesen)




Keramik-Atelier Walter Rupp - 2016

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